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Start Berichte Vereinsregatta 30. Mai 2010

Vereinsregatta 30. Mai 2010

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Als Jaime auf unserer diesjährigen Mitgliederversammlung verkündete, es würden dieses Jahr fünf Spaßregatten zur Belebung unseres Vereinslebens stattfinden, erntete er großen Applaus. Aber dass bei der Wettervorhersage - wenig Wind mit reichlich Regen -gleich 14 Boote starten würden, hat uns alle positiv überrascht. Unter den Regattateilnehmern waren auch ein paar Segelfreunde, vom Nachbargrundstück. Eine echte Bereicherung!

Gesegelt wurde ein Up-and-Down-Kurs über zwei Runden mit Beachstart. Die grüne Schifffahrtstonne vor dem Fußgängertunnel in Friedrichshagen war die Luvtonne, die letzte rote Schifffahrtstonne in östlicher Richtung (vor Müggelhort) das Leefass. Die Ziellinie befand sich zwischen der letzten Tonne vom Schwimmbad und dem Ende des Steges auf dem Antje stand und gewissenhaft die Zeiten stoppte.

Obwohl als Spaßregatta deklariert, konnte man schon beim Aufbauen der Boote den Ehrgeiz der Teilnehmer ablesen. So hatten sich Lorenz und Ines extra für die Regatta einen neuen K1 gegönnt. Der Anblick original verpackter Segel erweckte bei dem Einen oder Anderen Sehnsüchte. Jörg und Stephanie verkündeten jedenfalls nach der Regatta, ihren alten K1 verkaufen zu wollen und sich stattdessen ein neues Schiff anzuschaffen. Ganz schön geschickt, der Lorenz……
Uta und Wolfgang rieben ihren K1 vor der Regatta mit einer geheimnisvollen Substanz ein, über die sie sich partout nicht äußern wollten: „Kein Kommentar!“. Was auch immer es war, es hat ihren Cat gewiss nicht langsamer gemacht.
Zu bewundern war auch Thilo’s neuer, selbstgebauter A-Cat. Am auffälligsten, an dem schon am Strand sehr schnell aussehenden Teil, sind die gebogenen Schwerter, die als Foils fungieren. Bei höherer Geschwindigkeit kommen dadurch beide Rümpfe aus dem Wasser!
Aber auch die älteren Catsegler wussten mit technischen Neuerungen zu beeindrucken. So segelte Harry das allererste Mal mit seinem neuen Knie! Das klappte wunderbar und erfreute nicht nur ihn.
Altmeister Peter dagegen griff auf einen Regatta-Trick zurück, der in keinem Segelbuch steht. Angesichts des heftigen Regens während der Steuermannsbesprechung, der mageren 2 Bft, sowie seines offensichtlichen Schlafmangels, wollte er die Regatta möglichst schnell hinter sich bringen. Daraufhin hat er seinen A-Cat kurzerhand tiefer gelegt, indem er Doris mit auf sein Schiff gepackt hat. Derart mit angenehmer Gesellschaft ausgestattet, verging die scheinbare Zeit für ihn wie im Fluge. Allerdings war Peter später von Andreas, der unsere Platzierungen nach Catstick berechnete, schwer enttäuscht, weil der vorgab, dass in der Catstick-Tabelle kein Ausgleich für die doppelte Besetzung des A-Cats vorgesehen sei. Dadurch wurden Peter und Doris wie ein ganz normaler A-Cat gewertet. Wie gemein!

Kurz vor dem Startsignal von Antje verzog sich der Regen und ward an diesem Tage nicht mehr gesehen.
Der Beachstart verlief wegen der gegenseitigen Rücksichtnahme und des geringen Windes ohne Karambolage ab. Die Topcats, mit ihren stufenlos absenkbaren Ruderblättern, hatten hier leichte Vorteile. Bis wir mit unserem Tiger die Ruderblätter endlich absenken konnten und lossegelten, waren die übrigen Boote etwa 300 m weiter vorn. Drei Boote lagen zu diesem Zeitpunkt hinter uns: Jaime, der mit seinen beiden Schwertern in Ufernähe kämpfte sowie Peter und Charlotte, die beide noch am Liegeplatz lagen. Charlotte, die sich Papas Auto ausgeliehen hatte, kam wegen des Skoda-Velothons nicht wie gehofft vorwärts und startete mit reichlich Verspätung.

Thilo setzte sich mit seinem A-Cat früh an die Spitze und baute diesen Vorsprung kontinuierlich aus. Zum Schluss hatte er auf das Team Uta und Wolfgang, welches als zweite über die Ziellinie ging, über 12 Minuten Vorsprung herausgesegelt. Vom Rest des Feldes ganz zu schweigen.
Wir konnten unseren Rückstand vor allem auf dem ersten Down-Wind-Kurs unter Spi etwas verkürzen. Beim zweiten Down-Wind-Durchgang kam der Wind vorlicher, so dass der direkte Weg zur Leetonne für einen Spi zu spitz war. Einige fuhren daher noch mehr Höhe heraus, um dann den Gennaker zu setzen. Lorenz und Ines dagegen fielen ab, setzen den Reacher und segelten zum Schluss hoch am Wind auf die „Lee“-Tonne zu. Wir verzichteten auf den Gennaker und hielten direkt auf die Tonne zu. Im Ergebnis war der Vorsprung von Lorenz und Ines am Leefass etwa unverändert. Dafür hatte sich Chris mit seinem Segelschüler an uns vorbei geschoben. Da wir das nicht einfach so kampflos hinnehmen konnten, zogen wir auf dem letzten Schenkel zum Ziel doch noch einmal den Spi.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, dies angesichts der Lage der Ziellinie sein zu lassen. Aber wie das so ist mit dem Ehrgeiz.
Chris, der einen K1 ohne Reacher steuerte, konnten wir zwar auf den letzten Metern noch passieren. Aber durch das Hochkommen der Ruderblätter im Flachwasser vor dem Ziel hatten wir nach dem Durchlaufen der Ziellinie reichlich zu tun (Spi einholen und auf dem Trampolin verstauen, Schwerter ziehen, Fock einrollen), das Schiff in den Wind zu drehen. Wir kamen gerade noch vor dem Steg zum Stehen. Bei mehr Wind wäre das schief gegangen.
Sollten bei der nächsten Regatta Windrichtung und Ziellinie wieder so sein, werden wir uns für „Treiben auf dem Bug“ entscheiden.

Ein K1 ist dann noch unter Reacher gekentert, wofür ich vollstes Verständnis habe. Gerade bei dem bisschen Wind passiert das ganz schnell. Man verlagert das Gewicht möglichst weit nach vorn, was den Cat anfälliger für einen Stecker macht. Da reicht dann eine Minbö, die man anfangs nicht für voll nimmt, aus, um in Zeitlupe auf die Nase zu fallen.

Lorenz kam mit Ines als Dritte rund vier Minuten hinter Uta mit Wolfgang ins Ziel. Nachdem Jaime es erstmal geschafft hatte vom Strand wegzukommen wurde er immerhin noch Vierter.
Die Aufzählung der Zieleinkünfte ist jedoch nur reine Statistik. Was wirklich zählt ist die Rangfolge nach Catstick. Und das war der große Moment für die kleineren Schiffe. Lediglich Thilo konnte hier seine Top-Platzierung behaupten. Alle anderen wurden mehr oder weniger heftig nach hinten durchgereicht.
Andreas wurde nach Catstick Zweiter, Thomas Dritter. Ehrlich gesagt hatte ich die beiden F2 nach der ersten Tonnenumrundung nicht mehr gesehen. Bei der nächsten Regatta werde ich sie aber im Auge behalten.

Auch unsere nächste Regatta am 27.6.2010 verspricht wieder spannend zu werden. Es gibt ein paar Segler, die dieses Mal ihr Potenzial nicht voll ausgeschöpft haben. Die Top-Platzierten sollten sich unter anderem vor Charlotte in Acht nehmen. Sollte Sie beim nächsten Mal pünktlich starten, könnte sie sogar Thilo gefährlich werden. Aber auch Peter hat das Zeug mit höher gelegtem Cat und zeitigerem Start ganz oben zu landen. Außerdem gibt es noch ein paar andere gute Segler in unserem Verein, die dieses Mal nicht dabei waren.

Nach der Regatta saßen wir noch fröhlich schw/matzend beim Grillen zusammen.
Die Runde löste sich erst gegen 19.30 Uhr auf. Es war eine gelungene Veranstaltung, die uns allen viel Spaß gemacht hat.
Ein ganz besonderes Dankeschön an Jaime (Regattaleitung und Grillmaster), Antje (Zeitnehmerin) und Andreas (Ergebnisauswertung + Farbausdruck für jedes Team!), die für eine perfekt organisierte Regatta gesorgt haben.

Frank Kranzusch
Aktualisiert ( Freitag, 04. Juni 2010 um 12:34 )  

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