Sommertour 2026
Der Plan war klar formuliert – diesmal ohne Plan… Freitag Mittag treffen wir (Sophia, Antje, Kerstin & ich) uns bei Sophia, noch schnell das Boot anhängen und dann ab auf die Autobahn Richtung Norden. Wir haben eine Woche Urlaub und Kerstin eine Wetterprognose. Samstag soll der Wind langsam von West auf Ost drehen… Vormittags müssen wir eh Masten stellen, Rückenwind kommt also erstmal von rechts. Die Entscheidung fällt aufs Achterwasser. Also fangen wir mal an dort einen Campingplatz zu suchen. Der erste erteilt uns eine Absage weil Samstag ein Boot gekauft werden soll. Beim Naturcamping Usedom freut man sich aber auf uns. Somit gibt es doch einen Plan, zumindest bis Morgen früh. Während der Fahrt wechselt das Wetter von Frühsommer auf Herbst. Dunkle Wolken ziehen über den Himmel und teilweise regnet es echt heftig. Die letzten Meter durch den Wald wirken schon fast bedrohlich, aber wir sind da.

Aufgrund des Wetters essen wir unser Abendbrot aber im Auto. Aber pünktlich mit den letzten Bissen kommt die Sonne durch. Leute – jetzt ist URLAUB!!!!

Samstag früh stoßen Carla, Nina und Marcin mit dem „lekkersten Bootje“ dazu. Der Weg zum kleinen Strand ist eng & steil, aber wir kommen runter (der Schwerkraft sei Dank!!). Zelte ab- und Boote aufbauen, Abfahrt Richtung Westen, rein in den Peenestrom und dann erstmal Pause vor der Brücke in Wolgast. An den guten Stränden ist schon alles voll mit Anglern, aber wir finden unseren Platz.

Brücke hoch und weiter. Der Wind ist uns gnädig und wir kommen zügig bis Freest.

Reicht für heute, also Zelte aufbauen, gemeinsames Essen und ab ins Zelt.
Sonntag, die Prognosen sagen alles und nichts vorher, aber was mit Westwind ist dabei. Wir segeln über den Greifswalder Bodden und während wir so überlegen wo man so hinfahren könnte ziehen dunkle Wolken auf. Thiessow liegt gut, Campingplatz ist toll, der Plan steht. Wir gehen hier an Land – DA!

Montag, der Wind soll segelbar sein aber mit Mittagspause und genau so kommt es. In Glowe beim Anlegen am Strand verabschiedet sich dann ein Pinnengelenk – shit, wie kriegen wir das gefixt? Na kümmern wir uns morgen drum.



Dienstag, erstmal beim Hafenmeister anmelden. Und dann mal fragen, ob er vielleicht ein Stück Schlauch hat? Hat er. Und vielleicht noch einen Tampen der da „schmatzend“ reinpasst? Hat er. Jetzt muss der Tampen da rein. Vielleicht mit Draht durchziehen? Draht hat er. Das Messer zum ablängen haben wir selber aber der Bohrer zum vorbohren kommt natürlich wieder vom Hafenmeister – nochmal ein riesiges DANKESCHÖN für die grandiose Unterstützung!!!. So ist die Ruderanlage fix gefixt, aber der Wind weht ordentlich aus West und der Hafenmeister meint „Ihr wollt jetzt nicht ums Kap!“. Wir folgen seinem Rat und machen einen Landtag. Mit den Öffentlichen geht’s zum Königsstuhl und wir wandern heute mal an Land.
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Mittwoch, Der Westwind ist beim Ablegen noch ordentlich aber als wir am Kap Arkona ankommen ist schon deutlich weniger Druck. So geht es entspannt weiter bis der Wind einschläft. Wir landen am Strand bei Dranske und unmittelbar vor dem großen Schauer ist der letzte Hering im Boden.



Donnerstag, heute schaukeln wir entspannt mit westlichen Winden am Dornbusch vorbei und folgen dem Fahrwasser zwischen Rügen & Hiddensee. Je weiter wir nach Süden kommen umso mehr dreht der Wind auf. Bei der Einfahrt in den Strelasund ballert es dann schon wieder ganz ordentlich und wir kommen raumschots wirklich gut voran. Die Rauschefahrt lässt dann wohl auch einen Seehund mal nach dem rechten schauen. Entspannt schaut er uns hinterher und wir freuen uns über den in der Ostsee doch recht seltenen Anblick. Wir machen noch einen kurzen Stopp in Altefähr und dann geht es ab durch die Brücke. Weil wir heute nochmal auf der Insel übernachten wollen fällt das Etappenziel heute auf Gustow.


Freitag, der Südostwind macht heute ordentlich Druck. Aber so geht es zügig voran durch den Strelasund und raus auf den Greifswalder Bodden. Das ist schon geil! Mit richtig Druck im Schiff ballern wir los! Navigation ist einfach – Immer auf Lubmin zu (den „Riesenklopper von Kraftwerk“ sieht man ja weit genug. Vor Freesdorf dann nochmal abfallen und das Naturschutzgebiet umfahren – Und auch ein bisschen das Gas geben genießen und dann ab ins Peenefahrwasser, die letzten Untiefen umschiffen – reicht für heute. Freest hat uns wieder.
Samstag, die Prognosen sagen einhellig, dass so ab 17 Uhr ein bisschen Druck kommen soll. Davor soll es aber moderat sein. Wir laufen gemeinsam mit den Regattateilnehmern der „Rund Oie“ aus. Sie biegen links ab, wir rechts in die Peene. Gemütlich schippern wir los. Der Regen kommt und wir überholen zwei Kutter die bis oben hin voll sind mit regenbeschirmten Touristen. Weiter geht vorbei an zwei Seeadlern die entspannt am Ufer sitzen. Kurz vor Wolgast kommt uns die Flotte von Knut entgegen, vier K1 und drei Hobie Pacifi. Ein schönes Bild und noch überall lachende Gesichter. Während sie weiter Richtung Westen segeln legen wir am Strand an und warten auf die Brückenöffnung.

Mir gefällt der Himmel nicht und so entscheiden wir doch lieber zu reffen bevor wieder ablegen. Vor der Brücke kommen dann schon heftige Drücker durch, aber eigentlich doch undramatisch. Mit einiger Verspätung (warum eigentlich?) klappt die Brücke hoch und wir segeln weiter in Richtung Achterwasser. Von Süden kommen ziehen dann schnell dunkle Wolken heran und als wir ins Achterwasser einfahren kommen heftige Drücker rein – sollte doch eigentlich viel später kommen … naja, egal. Im tiefen Raumgang ist das kein Problem – denkt man! Shit! Wir laufen volles Rohr auf eine Sandbank auf. Antje kriegt das Schwert nicht hoch, kurze Hektik, rein ins Wasser, wir können das Boot nicht halten, also wieder rauf auf den Bock. Nina verliert den Kontakt zum Boot… während Antje & ich nun allein versuchen den Unbilden des Wetters zu trotzen steht Nina entspannt im brusttiefen Wasser und harrt der Dinge die da kommen mögen. Auch die Crew vom „lekkersten Bootje“ hat ihre Probleme, aber wer nicht feststeckt wettert ab. Nach 5 min ist der Zauber vorbei, ein Fockblock weg aber Nina wieder an Bord. Also weiter und auf dem Weg nach Stagnis suchen wir die schwarz/gelben „Gerümpeltonnen“ um nicht nochmal aufzulaufen. Wir kommen gut voran. Mitten auf dem Achterwasser stellt Nina dann die ultimative Frage – „lieber safe oder Abenteuer?“ Augenblicke später setzen von hinten die ersten heftigen Böen ein. Das war weder so früh, noch so heftig angesagt. Egal. Wir gehen tief, das Segel ist dicht, wir ballern los als gäbe es kein Morgen! Beide Boote schießen über den See. Wie gut, dass wir 20 Fuß haben! Die Welle ist kurz & steil, aber noch keine echte Steckergefahr. In einiger Entfernung taucht vor uns ein Wellenbild auf, dass ich jetzt eigentlich nicht haben will. Da wird es flach und die schwarzgelbe Tonne in der Nähe unterstützt die These. Während ich überlege wie wir das am schlauesten umfahren (noch tiefer, oder lieber etwas anluven…?) fällt mein Blick auf die anderen – wo sind die überhaupt? Dann sehe ich einen weißen Strich auf dem Wasser. Mein erster Gedanke ist, die sind gekentert. Aber warum kann ich die Schrift auf dem Rumpf lesen und wo sind die Schwerter? Dann kommt die Erkenntnis – der Mast ist weg. Aber alle drei sind an Bord, der Wind geht in Richtung Ufer – ergo, die sind jetz erstmal safe! Der Wind dreht jetzt noch weiter hoch. Ich entscheide mich dafür, dass wir den raumen Kurs aufgeben und das Ding am Wind abwettern. Also hart anluven und Schot & Traveller im gleichen Moment loswerfen. So „schippern“ wir also mehr oder minder gemütlich gegenan, während der Wind immer heftiger wird. So geht es bis ins Schilf. Hier bergen wir das Großsegel und laufen dann nur unter Fock wieder aus um die anderen zu suchen. Die sind aber weit & breit nicht zu sehen, sitzen aber schon sicher bei Kiki an Land in Loddin. Wir laufen dann nach Stagnis ab, ziehen das Boot an Land, duschen heiß und dann kommen auch schon die anderen drei. So, noch ein wunderbares Abschlussessen bei Katja im Hafen und dann ab ins Zelt… what a day!! Heute schlafen alle noch ein bisschen tiefer als sonst.
Sonntag, leider schon wieder alles vorbei. Eine Tour mit unsagbar vielen schönen Momenten geht zu Ende – aber wie sagte schon Paulchen Panther „… ich komm wieder, keine Frage!“. In diesem Sinne – Nina, Carla, Sophia, Antje, Kerstin, Marcin & ich