Aller guten Dinge sind drei

Zweimal waren wir dies Jahr schon auf Rügen aber was soll’s und vielleicht hat die Redewendung, die hier als Überschrift herhalten muss, ja gar nicht so unrecht…
Mittwoch nach Feierabend geht es los. Mit „Minty“ (unserem alten Inter 20) am Haken geht es mal wieder Richtung Norden. In Altefähr angekommen können wir die Zelte in einer Regenpause aufbauen und nach einem kurzen Schauer reicht die Zeit auch noch, um den Mast im Hafen zu stellen.
Donnerstag früh sind wir spät dran. Das Frühstück hat uns wohl „irgendwie“ aufgehalten. Zumindest sitzt schon die ganze Truppe beisammen als auch wir endlich im Hafen an den Booten ankommen. Mit 9 Kats soll es dieses Mal rundum gehen. Der recht heftige Nordwind soll im Laufe des Tages auf West drehen. Damit ist klar, wir segeln gegen den Uhrzeigersinn, denn niemand will bei 4-5 Bf. zwischen Hiddensee & Rügen aufkreuzen. Da wir die Brückenöffnung um 8:20 Uhr aber definitiv nicht mehr schaffen und nicht bis 12:20 Uhr zur nächsten Öffnung warten wollen bleibt uns nur eins. Die Boote vor der Brücke kentern und dann auf der Seite drunter durch. Dank Knut & Jasper ist das aber kein Problem, denn beide haben je ein großes Motorboot und wir jeder eine Schleppleine … ;-). Danach geht es mit Rückenwind zum Palmer Ort. Dort machen wir eine kleine Mittagspause und dann geht es weiter mit gutem Wind nach Thiessow.

Freitag haben wir schon beim Ablegen guten Druck im Rigg. Mit dem kräftigen Wind soll es heute bis Glowe gehen. Bis Göhren segeln wir noch in der Inselabdeckung, danach spüren wir immer mehr, wie der freie Wind mehr und mehr wird. Spätestens auf Höhe Binz kommen die Wellen von Westen mit ordentlich Anlauf auf uns zu. Auf „Minty“ können wir das so richtig genießen. Mit ordentlich Volumen in den Rümpfen ist der Anlieger Richtung Sassnitz ein Traum. Zu dritt im Trapez ballern wir los. Der Rest auf den kleineren Kats ist von den Bedingungen nicht ganz so begeistert und ist froh als die Bucht passiert ist und die Kreidefelsen bei Jasmund zu einer Pause einladen. Danach geht es weiter Richtung Norden. Als wir dann aus der Abdeckung kommen wird klar, die „Kleinen“ haben mehrheitlich nicht unbedingt Bock darauf die 8 Kilometer gegen Welle & Wind aufzukreuzen. Lohme als Etappenziel bei so geilem Wind ist aber jetzt auch noch keine Option. Was also tun? Die Entscheidung fällt auf Thiessow. Wir fahren einfach zurück! Denn was eben ein Anlieger war, wird jetzt ein geiler Flieger zurück! So segeln wir heute rund 100 Kilometer und sind doch kein Stück voran gekommen. Aber was für ein toller Tag!

Samstag geht es dann bei mittleren Winden bis Gustow und Sonntag ist schon wieder alles vorbei. Mal wieder (wie eigentlich immer) viel zu kurz, aber was für schöne Segeltage!
