Einsteiger Training Teil II

Für den zweiten Teil (13.-14.6.) hatte ich auf mildere Winde gehofft. So hätten wir uns etwas mehr auf Segeltrimm und Manöver konzentrieren können. Stattdessen hatten wir noch mehr Wind als beim ersten Termin.

Wegen Terminkollision und einer Fußverletzung bestand unsere Trainingsgruppe heute noch aus 3 Teilnehmerinnen. Am Vormittag entschieden wir uns für abwechselndes Einzeltraining mit mir an Board, um die Wenden und Halsen zu optimieren und damit sich die Steuerfrauen im Trapez ausprobieren konnten.

Am Nachmittag hatten wir wirklich strammen Wind. Bis auf einige Surfer und Surferinnen war nicht mehr viel los auf dem See. Mit der Übung vom Vormittag und auf die Initiative einer Teilnehmerin hin, entschieden wir uns für 2 Boote (Boot 1: Carla & Christina, Boot 2: Lisa und ich) auf dem Wasser. Bei auflandigem Wind würden alle „schon irgendwie“ zurück kommen. Noch ein paar letzte Starkwind Tipps und schon ging es rein ins Wasser bei über 20kn Wind. Ich war beeindruckt wie souverän sich die Teilnehmerinnen auf dem Wasser hielten und eine Bahn nach der anderen zogen. Selbst als die Front einfiel und uns mit Windgeschwindigkeiten von 33 Knoten überraschte, hielten sich zunächst alle tapfer auf den Booten. Irgendwann passierte es dann doch, Boot 1 kenterte. Ich hielt mich zunächst in der Nähe, wobei die Wasserwacht bereits kurz darauf vor Ort war. Dann kenterten wir mit Boot 2 ebenfalls. Während wir das Boot schnell aufrichten konnten, flippte Boot 1 beim Aufrichten mehrmals auf die andere Seite über. Ich entschied mich zum Ufer zu segeln. Nachdem ich das Boot abgestellt hatte watete ich zurück ins Wasser. Die Wasserwacht sammelte mich kurzerhand auf und setzte mich am gekenterten Boot 1 ab. Gemeinsam richteten wir das Boot auf, klarierten die vertörnte Fock und segelten zu dritt an Land. Meine anfängliche Besorgnis verpuffte, denn Boot 1 hatte fantastische Laune und konnte vor Stolz kaum Laufen. Zurecht!

Nach einer ausgedehnten Nachbesprechung verabredeten wir uns auf den nächsten Morgen. Auch der Sonntag wartete mit Windgeschwindigkeiten von knapp 30 Knoten auf uns. Wir versuchten unser Glück. Mit gerefftem Großsegel schanzten wir über die Wellen. Es fühlte sich mehr nach Rodeoreiten als nach Segeln an. Auf dem Downwindkurs war das Boot nur noch bedingt steuerbar. Aus Sorge um das Material und davor bei einer Kenterung vom Boot getrennt zu werden, entschieden wir uns für ein frühes Ende. Zum Abschluss grillten wir und tauschten uns über die gemachten Erfahrungen aus.

Außerdem schmiedeten wir erste Pläne für die 77 Meilen Regatta. Damals dachte ich noch dass man mit sich mit 4 Tagen (Stark-)Wind Training, wohl kaum schlechter auf die 77 Meilen Regatta vorbereiten kann.

Comments are closed.