Die Insel ruft!
Mittwochabend – die erste Hiobsbotschaft! Franks Auto macht Probleme. Da kann nur noch die Werkstatt helfen. Zur Sicherheit bringt er das vorher bei ihm eingeladene Gepäck aber mit einem Mietwagen schon mal zu Sophia – DANKE! Das fängt ja „gut“ an…
Donnerstag 5:00 morgens – der Wecker klingelt – nicht euer Ernst! Ich habe URLAUB! Schön nochmal umdrehen – alles VERRÜCKTE da draußen… 5 Uhr … Aber dann kommt er, der Gedankenblitz; „um 16 Uhr ist Hochwasser!“, spätestens ab 18 Uhr würden wir schon wieder m Schlick versinken. Also doch aufstehen und los geht es. Die Straßen sind noch leer, Sophia steigt bei uns mit ein. Nina & Esther machen sich gleich mit dem Zug auf den Weg gen Norden. Frank fragt mal in der Werkstatt nach, Carla überlegt noch, was zu tun ist. Während der Fahrt werden wir langsam wacher und die Vorfreude wächst. 13 Uhr, wir sind im Hafen angekommen – Urlaub wir kommen!

Nina & Esther kommen etwas später, Frank & Carla kommen leider gar nicht mehr – das Auto hat etwas Ernsteres. Das ist wirklich doof! Die „Restflotte“ wird pünktlich mit Hochwasser geslippt und weil die Fähren ungünstig fahren, kommt das ganze Gepäck diesmal auf den Kats mit. Der Wind weht beständig mit 3 Bf. aus West und so ist der Weg in den Spiekerooger Hafen ein schöner Anlieger. Drüben angekommen laden wir schnell ab, stellen die Zelte auf und stechen dann wieder in See.

Wind und Sonne sind einfach zu einladend um sie nicht in vollen Zügen zu genießen! Es ist herrlich! Genau so haben wir uns das vorgestellt! Und nach einem reichhaltigen Abendessen fallen wir alle rundum zufrieden in unsere Zelte.
Freitag – Hochwasser um 17:00 Uhr; wir haben alle Zeit der Welt. Wir schlafen aus (soweit es das Spektakel der Austernfischer zulässt), frühstücken in der Sonne am Strand und lassen uns erstmal richtig von der Sonne verwöhnen.

Das Wasser ist weg, der Wind auch – wir entscheiden uns für einen Inselspaziergang. Es geht übers „Teetied“

durch den Wald Richtung Osten und dann am Strand zurück,



ein kleiner Stopp in der Strandhalle, dann noch ein Eis und zurück zum Hafen. Das Leben kann so schön sein! Und dann trudeln auch noch Verena & Wolfram mit dem letzten Hauch im Hafen ein.
Samstag – heute weht der Wind, aber dank der Gezeiten können wir alles ganz ruhig angehen. Und weil wir keine Lust auf eine Schlammschlacht haben zieht es uns morgens nochmal zu Fuß raus, erst in die Dünen und zum Strand, dann weiter zur Lagune und – „zack“, rein ins Bistro vom Zeltplatz.

Danach bummeln wir auf der Binnenseite zurück zum Hafen und setzen die Segel. Zu siebt geht es raus ins Gatt. Anfangs gibt es ein paar schöne Böen und wir kommen gut voran. Dann lässt der Wind aber doch langsam wieder nach und wir entscheiden, dass wir später lieber nicht paddeln wollen. Und so sind wir wieder zeitig im Hafen. Füße hoch – Panama!

Sonntag – Die Gezeiten sind uns gnädig und so legt die Wettfahrtleitung den Start auf 11 Uhr. Wolfram ist sogar erst um 11:30 Uhr dran. Die Prognosen sind – wie soll man sagen – „mau“. Um 10 Uhr sind wir noch im Plan. Die Segel sind oben und wir schieben die Boote ins Wasser. Es geht langsam raus in Richtung Start. Leider läuft draußen der Gezeitenstrom gegenan und so manche Yacht hat da draußen schon den „Rückwärtsgang“ eingelegt. Wir sind kurz vor 11 Uhr an der Linie. Einige kleine Kielboote sind bereits da und stehen mit Gegenstrom und mit achterlichem Wind auf der Linie direkt neben dem Startschiff. Sie halten ihre Position indem sie Die Segel hoch und runterziehen. Tja, der kurze Weg nach rechts zur Prielkante nach dem Start ist somit verbaut. Wir müssen uns wohl etwas anderes überlegen. Die Uhr läuft unterdessen weiter runter. Rechts ist alles dicht, wir müssen also weiter links starten, mit noch mehr Gegenstrom. Und dann kommen von hinten noch die großen Tris – na „wunderbar!“. Punkt 11 kommt der Tut und es geht los. Die erste Startgruppe (ein bunter Mix aus Tris, Kats und Monos macht sich auf den Weg. Möglichst weit rechts am Rand um dem Gegenstrom auszuweichen. Zwei Tris versuchen uns auszulufen. Wissen die, wieviel Tiefgang wir haben? Naja, einer bricht rechtzeitig ab, der andere merkt es, etwas später und muss das Boot von der Sandbank schieben. Schnellstes Schiff ist im Moment der kleine RS Feva. Er hat den geringsten Tiefgang und „schlingelt“ sich im Windschatten der Tris an allem vorbei was da so schwimmt.




Unterdessen starten weiter hinten die anderen Startgruppen. Mit frischem Wind von achtern rauschen dann die Boote von hinten in unser Feld. Wir können uns dann aber doch befreien und gehen mit zwei der großen Tris zusammen um die erste Marke. Im weiteren Verlauf wird aus unserem Dreikampf an der Spitze ein Zweikampf. Die Dreebeen ist vielleicht ein kleinen Tick langsamer, läuft aber deutlich bessere Höhe. Raumschots können wir also was machen, auf der Kreuz segeln sie uns in Grund & Boden. Am Ende müssen wir uns nach gut 3h Segelzeit um 2 min geschlagen gegeben. Aber was soll‘s, sie sind wirklich gut gesegelt und es hat eine Menge Spaß gemacht! Nach der Regatta noch ein kurzer Stopp auf der Sandbank und dann geht es zurück in den Hafen. Abends dann eine tolle Siegerehrung & Feier.

Montag – tja, was soll man sagen, irgendwann muss man leider auch mal wieder nach Hause. Hochwasser um 8:00 Uhr, wir legen etwas früher ab, die ersten Meter laufen bei leichtem Wind noch gut. Esther & Nina kommen aber dann doch nicht so richtig in Schwung. Der Wind wird weniger und die beiden bleiben immer weiter achteraus. Dann der Funkspruch – „Wir haben vergessen die Stöpsel rein zu drehen…“ Wir drehen um, um helfen zu können aber jetzt stirbt der Wind so langsam vollständig. Dazu kommt, dass die Ebbströmung draußen jetzt schon kräftig zieht. Und die geht in die komplett falsche Richtung! Aber wir haben Glück, die Crew der Mottawa aus Bremen hat Erbarmen und nimmt uns auf den Haken. Sie bringt uns sicher bis in den Hafen von Neuharlingersiel. Vielen lieben Dank nochmal an dieser Stelle an Euch! Wir hoffen, Ihr habt es selbst danach auch noch bis Bremerhaven geschafft! Tja, im Hafen angekommen blieb uns nur noch die Boote wieder zu verladen, nochmal schön zu frühstücken und dann die Heimreise anzutreten.

Es war mal wieder ein tolles Wochenende! Neben der Crew der Motawa danken wir vor allem dem Team des SSC für die tolle Regatta, dem zuständigen Verkehrsplaner, der alle Autobahnstaus auf die Gegenspur gelegt hat und den Meteorologen, die so tolles Pfingstwetter gemacht haben! So darf das immer sein! Und wir bedanken uns bei der Insel Spiekeroog, die uns jedes Jahr aufs Neue diese wunderbaren Aufenthalte beschert! Also dann, bis zum nächsten Jahr, denn Pfingsten 2027 sind wir wieder da (und dann sind hoffentlich Frank & Carla auch wieder dabei!)
Antje, Sophia, Nina, Esther, Verena, Wolfram und ich (Andreas)